ARD Kultur Logo
hr-iNFO Kultur

Podcast

hr-iNFO Kultur: Trends und Hintergründe

Das Magazin über Trends und Hintergründe aus der Kulturszene von hr-iNFO.

80 Jahre Todesmarsch von Frankfurt nach Hünfeld

Im März 1945 standen die US-Truppen vor Frankfurt. Daher stellten die Adlerwerke im Gallusviertel die Rüstungsproduktion für die Wehrmacht ein. Die Zwangsarbeiter aus dem KZ Katzbach, das sich auf dem Werksgelände befand, brauchte plötzlich niemand mehr. Daher schickte die SS etwa 360 Häftlinge auf einen Todesmarsch, der durch mehrere hessische Orte bis nach Hünfeld führte. Von dort ging es per Zug weiter ins KZ Buchenwald. Viele starben durch Hunger, Kälte und die Willkür der Aufseher.

"Billion Dollar Work Wear" Die Geschichte der Engelbert Strauss Story

Coca-Cola, adidas, Levi’s oder Apple – das sind Marken, die zum Kult geworden sind, zum Kulturphänomen, zum Identifikationspunkt für gesellschaftliche Gruppen. Das Potential zur Kultmarke hat auch der einst biedere Hersteller von Arbeitsbekleidung Engelbert Strauss aus dem hessischen Biebergemünd. Heute nennt sich das Unternehmen schlicht „Strauss“ und ist mit dem weißen Vogel auf rotem Grund im Logo weltweit präsent. Die hr-Journalistin Natascha Pflaumbaum hat darüber eine Doku gedreht, die jetzt in der ARD-Mediathek zu sehen ist, Titel: „Billion Dollar Workwear – Die Engelbert Strauss Story“. Chrisotph Scheffer spricht mit ihr über den Film und das Phänomen, dem er sich widmet.

Zwei Hessinnen auf der Shortlist der Leipziger Buchmesse

Seit 2005 wird der Preis der Leipziger Buchmesse vergeben. Und zwar in den Kategorien - Belletristik, Sachbuch und Übersetzung. Der Preis ist insgesamt mit 60.000 Euro dotiert. Am 27. März werden die Gewinner oder Gewinnerinnen bekannt gegeben. Nur fünf Autorinnen und Autoren haben es auf die Shortliste in der Kategorie Belletristik geschafft. Eine davon ist Cemile Şahin. Sie ist eine junge Autorin. 1990 in Wiesbaden geboren, lebt und arbeitet mittlerweile in Berlin. Kommando Ajax heisst ihr Buch mit dem sie auf der Shortlist der Leipziger Buchmesse aufgeführt ist. Die Zweite ist Esther Dischereit. Auch sie lebt in Berlin, wurde aber in den 50er Jahren in Heppenheim geboren. „Ein Haufen Dollarscheine“ heisst ihr Buch mit dem sie auf der Shortlist gelandet ist.

"Unter Pflanzen" – Kunst, Natur, Abstraktion

Eine neue Ausstellung im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg zeigt Pflanzen als "aktive, spürende und handelnde", vielleicht sogar "intelligente" Wesen. Klingt verrückt? Christoph Scheffer spricht mit Kuratorin und Direktorin Kathrin Meyer über ihre faszinierende Ausstellung. Außerdem: "Move and Make" – Das Museum Reinhard Ernst präsentiert Helen Frankenthaler. Und: "Isa Genzken meets Liebieghaus" – Aktuelle und antike Kunst begegnen sich.

Tanz den Bolero! Zum 150.* von Maurice Ravel

"Ich habe nur ein Meisterwerk geschaffen, und das ist der Bolero. Leider enthält er keine Musik..." Dieses Zitat von Maurice Ravel zeigt die ganze Ambivalenz, mit der der französische Komponist zu Lebzeiten auf sein mit Abstand bekanntestes Stück geschaut hat.

Die Nachwelt ist sich dagegen verblüffend einig, was für einen Klassik-Hit er da geschaffen hatte: mitreißend, erotisch, ein berauschender Tanz in 340 Takten mit einem Rhythmus, der ins Blut geht und sich unausweichlich in den Gehörgängen festsetzt. Just zum 150. Geburtstag des Meisters ist jetzt der Kinofilm "Bolero" von Anne Fontaine erschienen.

"Halbe Leben" – Die Schriftstellerin Susanne Gregor im Gespräch

"Ich bin ein kleiner Mensch, aber ich kenne viele große Worte" – so beginnt die Erzählung "Kleine Leute" von Susanne Gregor, die viel mit ihrer eigenen Erfahrung zu tun hat als Kind von Einwanderern aus der Slowakei in Österreich. Susanne Gregor ist mit dem Text nominiert für den "Wortmeldungen"-Literaturpreis der Frankfurter Crespo-Foundation. Gerade ist auch der neue Roman von Susanne Gregor erschienen: "Halbe Leben" (Paul Zsolnay Verlag). Über ihre literarische Arbeit und über aktuelle Bedrohungen für die freie Kulturszene in der Slowakei spricht Christoph Scheffer mit der Autorin.

Klassik per Klick – Junge Künstler*innen erobern Social Media

Jan Liebermann lebt in Kelkheim im Taunus, ist 19 Jahre jung und baut gerade sein Abitur. Jede freie Minute gehört aber seiner großen Leidenschaft: dem Orgelspiel. Er hat schon wichtige Preise gewonnen und ist ein international gefragter Musiker. Seine Aktivitäten an der Orgel dokumentiert er mit kleinen Videos in den Sozialen Netzwerken. Allein auf Instagram folgen ihm dabei inzwischen mehr als 46.000 Menschen, Tendenz steigend. Wie geht das? Wohlgemerkt: mit klassischer Orgelmusik! Welche Chancen bietet Social Media der Klassikszene, ein neues, junges Publikum zu begeistern? Wir schauen, wie es junge Künstler*innen wie Louis Philippson, Hayato Sumino und andere schaffen, Hunderttausende übers Internet für eine Musik zu begeistern, die bis vor kurzem noch als eine Domäne gutsituierter Best Ager und der Generation 70+ galt.

Endlich sichtbar! – Frauen in Kunst und Kulturgeschichte

Schaut man auf unsere Kulturgeschichte gibt es unglaublich viele Dichter, Musiker, Entdecker, Erfinder oder Bestimmer. Von Frauen in diesen Rollen hört und sieht man eher selten. Dabei hat es sie durchaus gegeben. Und es gibt im Moment einige Menschen, die Frauen in Kunst und Kulturgeschichte sichtbar machen wollen. Mit Yvonne Koch

Karaoke – ein Kulturphänomen erobert die Popwelt

Karaoke ist mehr als nur ein Partyspaß – es ist inzwischen ein weltweites Phänomen. Ob in Kneipen, Wohnzimmern oder auf großen Bühnen, Menschen haben Spaß am Singen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist das Interesse an Karaoke auch in den deutschsprachigen Ländern stetig gewachsen, sagt Andreas Neuenkirchen. Er ist Autor des Buches "Völlig losgelöst – Wie Karaoke die Welt erorberte". Wir sprechen in der Sendung mit ihm.

"Die Magie der Straße" – 100 Jahre Leica

Das berühmte Portrait von Che Guevara, ein Matrose und eine Krankenschwester, die sich aus Freude über das Ende des Zweiten Weltkriegs küssen, Kinder in Vietnam, die nackt vor einem Napalm-Angriff flüchten… Das sind berühmte Fotos, die mit einer Leica aufgenommen wurden. Die Kleinbildkamera revolutionierte die Fotografie, weil man sie überall hin problemlos mitnehmen konnte. 1925 wurde sie zum ersten Mal als Serienprodukt bei der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt: Anlass für die Leica Camera AG in Wetzlar, das Jahr 2025 als Jubiläumsjahr zu begehen. Den Auftakt macht eine Ausstellung über "Die Magie der Straße", die jetzt im Ernst Leitz Museum in Wetzlar zu sehen ist. Wir schauen uns das an und sprechen mit Fotohistoriker Hans-Michael Koetzle über die Revolution, die von der Leica ausgelöst wurde.

Asozial, brutal, goldisch – Bilder von Frankfurt

Frankfurt war vielleicht schön, ist es aber nicht mehr – da sind sich viele Einheimische und Besucher der Stadt einig. Die einen trauern der verlorenen Idylle nach, die anderen feiern die coole Härte und den rauen Charme der Gegenwart – in Songs, in Literatur, in Bildern. Aber Frankfurt ist nicht erst seit den Bombennächten kein Idyll mehr. Schon im 19. Jahrhundert wandelte sich die Stadt schnell, die Altstadthäuser und engen Gassen verschwanden, die Moderne prägte das Gesicht der Stadt. Das dokumentieren die Fotos von Carl Friedrich Mylius, die das Städel Museum jetzt ausstellt. Sie zeigen das alte Frankfurt, und sie zeigen, wie es zum neuen Frankfurt wurde. Eine akustische Führung durch eine Stadt, in der alt und neu nicht nur nebeneinanderstehen, sondern sich ständig produktiv und provokant aneinander reiben.

Neue Kinderbuchliteratur: Wie schwere Themen leicht werden

Am Abend schlief das Kind noch selig zur launigen Gute-Nacht-Geschichte ein, am nächsten Tag kann schon alles anders sein. Schwere Themen dringen oft unvermittelt in das Leben von Kindern und ihren Familien ein. Krankheit, psychische Erkrankungen, Gewalterfahrungen oder Tod – damit umzugehen ist oft bereits für die Eltern sehr belastend, wie aber können sie mit Kindern darüber sprechen? Kinderbücher können einen Zugang zu schweren Themen ermöglichen, aber das ist gar nicht so leicht. Denn allzu oft werden Inhalte direkt und mit didaktischem Impetus vermittelt – solche Bücher werden dann schnell wieder weggelegt. Kinderbuch-Illustratorin Anke Kuhl und Kinderbuchautorin Anna Böhm gelingt in ihren Werken das Gegenteil: Sie lösen Faszination bei Kindern und Erwachsenen aus, wie der überwältigende Erfolg ihrer Bücher beweist. Beide Künstlerinnen kommen in dieser Kultursendung zu Wort. Außerdem ist Jugendbuchforscherin Dr. Iris Schäfer zu Gast, die wiederkehrende Themen in den letzten hundert Jahren untersucht hat und Ausblicke auf aktuelle Trends gibt.

Ausgezeichnete Architektur – Der DAM-Preis und mehr für die besten Bauten

Worum geht es beim Bauen? Menschenfreundliche Räume, gute Gestaltung, Klimaschutz? Oder maximaler Profit beim Investieren in Böden und Beton? Damit die Baukultur nicht völlig unter die Räder kommt, gibt es Preise für gute Architektur – als Anreiz für Architektinnen und Architekten, sich um Qualität beim Bauen zu bemühen. Einer der wichtigsten Architekturpreise hierzulande ist der DAM-Preis, den das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt jährlich vergibt. Hier sind die von der Jury ausgewählten 25 besten Bauten in Deutschland gerade in einer spannenden Ausstellung zu sehen – darüber sprechen wir mit dem Kurator Yorck Förster. Außerdem schauen wir auf die "BDA-Auszeichnung für Baukultur in Hessen" und auf den schon jetzt preisverdächtigen Neubau des Terminals 3 am Frankfurter Flughafen.

Historisches Museum Frankfurt: Neue Leitung

Das Historische Museum Frankfurt gehört sicher zu den Vorzeigemuseen in Hessen und bundesweit. Das hat auch mit seiner innovativen Museumsarbeit zu tun. Damit ist es Vorbild für andere Kulturhäuser im Land. Aber es nicht alles Gold was glänzt, denn die Museen stehen vor grossen Herausforderungen. Digitalisierung und Demokratisierung - sind die Stichworte. Wir sprechen darüber mit Doreen Mölders. Sie ist seit Anfang des Jahres die neue Leiterin des Historischen Museums Frankfurt. Wir stellen sie in dieser Sendung vor und sprechen mit ihr über sie als Person, ihre Ideen und ihre Projekte für die Zukunft des Historischen Museums.

Der Frankfurter Engel - Ein Mahnmal für verfolgte Homosexuelle

Eine Engelsfigur in Bronze steht seit gut dreißig Jahren auf dem kleinen Platz vor dem Eldorado-Kino in Frankfurt. Nur wer genau hinschaut, erkennt, dass dem Engel der Kopf abgeschlagen und leicht verdreht wieder aufgesetzt wurde. Der verletzte Engel ist ein Mahnmal zur Erinnerung an homosexuelle Männer und Frauen, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Eine private Initiative war es, die das Mahnmal angeregt und möglich gemacht hat. Jetzt löst sich der Verein hinter dem Frankfurter Engel auf. Anlass für uns, zurückzublicken in die Neunzigerjahre, als die bundesweit erste Gedenkstätte zur Verfolgung von Schwulen und Lesben im Nationalsozialismus entstand.

Die Kunst des flüchtigen Worts – Ein Gespräch mit der Erzählkünstlerin Maria Carmela Marinelli

Maria Carmela Marinelli ist Erzählkünstlerin. Aufgewachsen in der süditalienischen Region Apulien, studierte sie unter anderem Theaterpädagogik in Berlin und lebt heute in Leipzig, wo sie auch Erzählfestivals veranstaltet. Anfang Februar kommt sie nach Wiesbaden zum hr2-Hörfest, wo sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Gudrun Rathke zu einem „Weltenbummel in Geschichten“ einlädt. Anlass für Christoph Schefffer, mit Maria Carmela Marinelli über die Kunst des freien Erzählens zu sprechen.

Die Zukunft der Film- und Medienewertungstelle in Wiesbaden

Seit 1951 gibt es in Wiesbaden die Deutsche Film- und Medienbewertung, kurz FBW. Gegründet von der Kultusminister-konferenz. Seit mehr als 70 Jahren ist sie die zentrale Bewertungsstelle für Filme. So eine Art Stiftung Warentest für Filmprodukte. Die FBW, vergibt z. B. die Prädikate „wertvoll“ oder „besonders wertvoll“, was etwas über die Qualität von Filmen aussagen soll. Wir sprechen darüber mit der Direktorin der Film- und Medienbewertung, Bettina Buchler.

„Traumaland“ – Wie können wir heute gemeinsam erinnern?

Trauma. „Wunde“ heißt das auf Altgriechisch und es meint eine tiefe seelische Erschütterung, die eine Narbe hinterlässt – fast so, wie eine Wunde in der Haut. Welche Traumata, welche Narben hat deutsche Geschichte in diesem Land hinterlassen? Essayistin und Übersetzerin Asal Dardan hat sich auf die Suche danach gemacht und eine sehr persönliche Reise durch Deutschland unternommen. Sie besuchte Orte der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und Orte, die Schauplätze rechtsextremistischer Gewalt nach ’45 wurden. Daraus ist ihr neues Buch „Traumaland“ entstanden, das am 28. Januar. erscheint. Wie Vergangenheit in unsere Gegenwart hineinragt und wie unterschiedlich das in der Einwanderungsgesellschaft wahrgenommen wird - über all das haben wir mit der Autorin gesprochen. Doch auch den Begriff „Trauma“ unterziehen wir einer genaueren Betrachtung, ebenso wie mögliche Ansätze, um Posttraumatische Belastungsstörungen zu überwinden.

Satire und Kabarett 10 Jahre nach dem Attentat auf Charlie Hebdo

Seit Jahrhunderten sind Karikatur und Satire wichtige Wegbegleiter der Menschen. Die Satiriker überspitzen, üben Kritik, stoßen Debatten an. Karikatur und Satire haben wesentlich zur demokratischen Entwicklung unserer heutigen Gesellschaft beigetragen. Das gefällt nicht jedem, wie das Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo vor 10 Jahren zeigt. Mit den Rufen „Allah ist groß“ töteten die Brüder Chérif und Saïd Kouachi im Januar 2015 12 Menschen in Paris. Darunter 9 Mitarbeiter der Satire-Zeitschrift sowie einen Berater, einen Leibwächter und einen Polizisten. Die Schießerei dauerte weniger als zwei Minuten, aber ihre Folgen, halten bis heute an. Noch heute taucht immer wieder die Frage auf, was darf Satire? Wie weit kann und darf sie gehen?

Süßes Rot und fades Blau - wie Farben uns beeinflussen

Ein orangenes Licht über der Frischetheke, schon wird das Obst besser verkauft. Wein bei grünem Licht probiert, schmeckt fruchtiger. Und aggressive Häftlinge werden zu Lämmchen, wenn sie in eine pinkfarbene Zelle gesperrt werden - Farben sollen einen starken Einfluss auf unsere Gefühle und Reaktionen haben. Aber stimmt das auch? Und werden wir womöglich schon durch Farbenspiele manipuliert?

Alle älteren Folgen von "hr-iNFO Kultur" sind hier in der Audiothek zu finden.

Credits

HR | 30 min | wöchentlich
Eine Produktion des Hessischen Rundfunks

Logo hr (Bild: hr)
Eine bunte Grafik zeigt drei Gesichter, davon eines eine Büste, die eine Sonnebrille trägt und eine Kaugummiblase macht.

Die Kulturmagazine der ARD

Der schnelle Weg zu den Kulturmagazinen der ARD.