"Politik von morgen", ermutigende wahre Geschichten, aufgeschrieben von Philip Husemann und Caroline Weimann von "JoinPolitics". Ein Virologe, der einen Viren-Thriller geschrieben hat: Hendrik Streeck im Gespräch über "Das Institut". Wir besprechen Aria Abers Coming-of-age-Roman "Good girl" und verfolgen Martin Mosebachs Auftritt auf der ARD-ZDF-3Sat-Bühne der Buchmesse, bei dem es natürlich um seinen neuen Roman "Die Richtige" geht. Und das Literaturrätseltaxi ist unterwegs.
Nach dem großen Gastland-Auftritt 2019 auf der Frankfurter Buchmesse ist die norwegische Literaturszene nun auf der Leipziger Buchmesse erneut zu Gast. Organisiert hat auch diesen Auftritt das Förderprogramm NORLA - Norwegian Literature Abroad. Die Journalisten und Literaturvermittler Anja Höfer und Thomas Böhm sind im NORLA-Team. Ein Gespräch über die reichhaltige norwegische Literaturlandschaft / Oliver Lovrenski ist der junge Literaturstar Norwegens mit seinem in 15 Sprachen übersetzten Debüt "bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann" (Hanser Berlin). Ein Porträt / Herrlich airratisch: Christian Kracht spricht über seinen für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman "Air" (Kiepenheuer & Witsch) / "Halbinsel" (Luchterhand): Auch Kristine Bilkau steht mit ihrer Mutter-Tochter-Geschichte in der Kategorie Belletristik auf der Leipziger Shortlist / Ein Reigen für unsere Zeit: Der Dramatiker Roland Schimmelpfennig aktualisiert Arthur Schnitzlers Theater-Klassiker und macht daraus den Roman "Sie wartet, aber sie weiß nicht, auf wen" (S. Fischer) / Das literarische Rätsel.
Am 27. März hätte Harry Rowohlt, der wortgewaltige Übersetzer, selbsternannte "Deklamiertier", gefeierte Kolumnist und begnadete Geschichtenerzähler, seinen 80. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass hat Alexander Solloch eine tiefgründige und mitreißend geschriebene Biografie des Hamburger Originals veröffentlicht (Kein & Aber). Darin beleuchtet er nicht nur das Leben Rowohlts, sondern fragt auch, wie der unverblümte Autor wohl heute mit Shitstorms umgegangen wäre. Ein Interview mit dem Biografen.
Wie kommt man raus aus der Verzweiflung - oder: Wie stellt man sich ihr überhaupt erst einmal, statt ihr immer gleich auszuweichen? Das fragt Heike Geißler in ihrem ebenso politischen wie persönlichen Essay "Verzweiflungen". Wir sprechen mit der Autorin. Außerdem geht es um drei Romane, die auf ganz unterschiedliche Weise Fakt und Fiktion verweben. Christine Wunnicke erzählt in "Wachs" von einer Frau, die leidenschaftlich gerne Leichen seziert. Ulrike Edschmid erinnert sich in "Die letzte Patientin" an eine alte Freundin und Arno Frank schreibt von einem fiktiven, aber durchaus typischen deutschen Städtchen in der NS-Zeit "Ginsterburg"
"Eine Einladung zur Ehrlichkeit" nennt die Philosophin Bettina Stangneth ihr Buch "Club der Dilettanten. Warum niemand Bücher wirklich versteht, aber trotzdem jeder beim Lesen lernt" (Rowohlt). Ein Gespräch über das Lesen, BookTok und KI in der Literatur / "Der Hahn erläutert unentwegt / der Henne, wie man Eier legt" (Kunstmann): Die Satirikerin Ella Carina Werner spricht über ihre fantastischen feministischen Tiergedichte sowie Lyrik und Humor / Nach den Polarisierungsunternehmern kommen jetzt die Verlustunternehmer: Der Soziologe Andreas Reckwitz und sein Buch "Verlust. Ein Grundproblem der Moderne" (Suhrkamp) / "Only Margo": Die Amerikanerin Rufi Thorpe erkundet die Welt der Sexarbeit auf der Plattform "Only Fans" (Ecco) / Das literarische Rätsel
Der Franzose Olivier Mannoni hat für die kritische französische Ausgabe Hitlers "Mein Kampf" übersetzt - was übersetzen in diesem Fall heißt und was er aus dieser Übertragung gelernt hat - dazu ein Gespräch mit ihm anlässlich seines lesenswerten Essays "Hitler übersetzen" (HarperCollins). Außerdem spricht Édouard Louis über sein neues Buch "Monique bricht aus" (S.Fischer). Die handelnden Personen kennen wir alle schon aus Louis‘ anderen Büchern, wieder geht der Autor offensiv mit seinem Leben und mit dem seiner Mutter an die Öffentlichkeit. Zum Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine stellen wir den Roman einer in den USA lebenden ukrainischen Autorin vor, die die Geschichte ihrer Familie erzählt, "Der gute Name meines Vaters" von Sasha Vasilyuk (Droemer). Dann geht es um Erinnerungskultur im Band "Traumaland" von Asal Dardan (Rowohlt), und gerätselt wird natürlich auch wieder. Moderation Judith Heitkamp.
Die Frage, was Literatur kann oder nicht kann, was sie muss - oder ob sie gar nichts muss, die beschäftigt alle Schreibenden, um die es im Büchermagazin geht: Horst Bienek, dessen Tagebücher gerade herausgekommen sind, Thomas Brasch, der seine Gesellschaft verstehen, möglichst präzise beschreiben wollte und deshalb die Außenseiter in den Blick nahm. Zu seinem 80. Geburtstag erscheint ein Band mit seinen gesammelten Prosatexten. Außerdem sprechen wir mit Katja Petrowskaja, die sich jeden Tag fragt, welchen Sinn ihr Schreiben hat, wenn in ihrer Heimat - der Ukraine - Städte zerstört und Menschen getötet werden. Und stellen Ihnen den Gesprächsband "Kein Grund gleich rumzuschreien" von Benjamin von Stuckrad-Barre und Martin Suter vor sowie das Sachbuch von Mary Beards "Die Kaiser von Rom. Herrscher über Volk und Reich".
Gruselsurrealismus im Debut des Amerikaners Zach Williams, "Es werden schöne Tage kommen": gut dosierter Horror, der die US-Kritik begeistert hat, nun auch auf deutsch, mit-übersetzt von Literaturstar Clemens J. Setz. Außerdem: Anna Langfus, "Gepäck aus Sand" - eines der ersten Werke, das nach dem Krieg das Weiterleben nach dem Holocaust thematisiert hat, im Gespräch mit der Übersetzerin Patricia Klobusizcky / Uwe M. Schneede, "Gerhard Richter - der unbedingte Maler" / Daniel Glattauers, "In einem Zug" / Maylis de Kerangal, "Weiter nach Osten" / literarisches Rätsel-Taxi /
Der Münchner Carl Hanser Verlag veröffentlicht seit mehreren Jahren die Romane und Erzählungen des amerikanischen Bestseller-Autors T.C. Boyle in der deutschen Übersetzung noch vor Erscheinen des englischsprachigen Originals. Da aber immer mehr Leserinnen und Leser mittlerweile das englischsprachige Original der Übertragung ins Deutsche vorziehen, geht Hanser-Verleger Jo Lendle nun neue Wege und vertreibt den kommenden neuen Roman des 76-jährigen, "No Way Home", in seiner englischsprachigen Originalfassung europaweit selbst. Ein Gespräch mit dem Verleger über diese neue Strategie, um dem sich wandelnden Buchmarkt beizukommen / "Gegen die neue Härte" (dtv): Die Wiener Kulturwissenschaftlerin Judith Kohlenberger plädiert für eine größere Bereitschaft zur Kompromissfindung / "Nicht mein Leben" (C.H. Beck): Der 90-jährige Schweizer Adolf Muschg hat eine autofiktionale Erzählung über Leben und Sterben geschrieben / "Heim" (Jung und Jung): Saskia Hennig von Langes neuer Roman behandelt die Geschichte eines Familienmitglieds / Das literarische Rätsel
Der 48-jährige Münchner Autor Jonas Lüscher ("Frühling der Barbaren", "Kraft") hat einen klugen Roman über das Verhältnis des Menschen zur Technik geschrieben und dafür eine Formel aus der kritischen KI-Forschung - "enchanted determinism" - als Titel gewählt: "Verzauberte Vorbestimmung" (Hanser). Ein Gespräch mit dem Schriftsteller über Technikverweigerung und Technikabhängigkeit, seinen Geistesgefährten Peter Weiss und das Erzählen als Formgebung des Nachdenkens. "Der Einmannstammtisch" - Ein Band mit Bühnenstücken erinnert an den großen österreichischen Kabarettisten und Schauspieler Otto Grünmandl (Haymon). Eine Kritik. "Wenn dann die Menschen starben, waren die Geschichten weg. Und damit alles, was sie wussten und immer verschwiegen hatten." - Der Erlanger Tommie Goerz hat einen hochgelobten melancholischen Dorfroman geschrieben: "Im Schnee" (Piper). Ein Gespräch mit dem Autor über das Erzählen einer allmählich verschwindenden Welt und falsche Idyllen.
Von verfolgten kritischen Stimmen über kritische Stimmen im Exil bis hin zu kritischen Stimmen, die in der Doppelgänger-Welt des Internets bis zur Unkenntlichkeit neutralisiert werden – die Bandbreite dieser Ausgabe des Büchermagazins. Darin: Ein Gespräch mit Najem Wali, Vize-Präsident des PEN Deutschland und Herausgeber der Anthologie "25 Jahre Writers in Exile". Im Exil lebt auch der Weißrusse Sasha Filipenko, wir stellen seinen Roman "Der Schatten einer offenen Tür" vor. Die Publizistin Naomi Klein wurde immer wieder mit einer anderen, politisch gegensätzlichen Naomi im Internet verwechselt, daraus entstand ihr Sachbuch "Doppelgänger; eine Analyse unserer gestörten Gegenwart". Und Julia Schoch schließt ihre autofiktionale "Biographie einer Frau" ab, wir besprechen "Wild nach einem wilden Traum".
Wolfgang Büscher ist mit seinen Büchern "Berlin-Moskau. Eine Reise zu Fuß", "Hartland" sowie "Asiatische Absencen" der größte literarische Reporter deutscher Sprache. Jetzt hat er sich in die Wüste aufgemacht und auf die Spuren des Abenteurers, Mönchs und Aristokraten Charles de Foucauld begeben, der 1916 von Dschihadisten vor seiner Einsiedelei auf dem Assekrem-Plateau ermordet wurde. Ein Gespräch mit dem Autor über "Der Weg. Eine Reise durch die Sahara" (dtv) / "Sehr geehrte Frau Ministerin" (Klett-Cotta): Ursula Krechel, die Trägerin des Deutschen Buchpreises 2012, legt ein Roman-Triptychon vor. Eine Rezension / "Die Haut" (Rowohlt): Curzio Malapartes moderner Klassiker, neuübersetzt von Frank Heibert. Eine Kritik / "Parade" (Suhrkamp): Die Britin Rachel Cusk übt sich auch in ihrem neuen Roman in Schonungslosigkeit / Das literarische Rätsel.
Damit liegt die Trilogie der ukrainischen Schriftstellerin, eine literarische Reise durch die Geschichte ihrer Heimat, vollständig vor. Auch ihr Landsmann, der Historiker Yaroslav Hrytsak, erzählt in seinem Buch "Ukraine" die "Biographie einer bedrängten Nation". Außerdem: Geistergeschichte und Kriminalfall – Michael Kumpfmüllers neuer Roman "Wir Gespenster". Und: Menschheitswissen für das Zeitalter der Krise – Annette Kehnels Buch über "Die sieben Todsünden." Dazu das literarische Rätseltaxi.
Frisch erschienen: der neue Roman von Han Kang, der Frau, die gerade als erste Schriftstellerin aus Südkorea den Literaturnobelpreis bekommen hat. Keine leichte Kost, erneut greift die Autorin die Gewaltgeschichte ihres Landes auf, sanft, aber sehr sehr hartnäckig: "Unmöglicher Abschied". / Ein Buch, das kaum einer wirklich in der Hand hatte, das aber in der DDR ein kleiner Mythos wurde, ist die Anthologie "Blitz aus heiterem Himmel", in der Autoren von Günther de Bruyn bis Christa Wolf über das Thema Geschlechtertausch schrieben. Jetzt ist sie wieder zu bekommen. Mehr über diese 'Buchbiographie' im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler Carsten Gansel. Wir stellen "Größtenteils heldenhaft" der nordirischen Schriftstellerin Anna Burns vor und "Fremde am Pier", das Buch, mit dem Tash Aw seine Familie zwischen den Kulturen porträtiert. Dazu das literarische Rätseltaxi.
"Ich bin kein Anhänger des unerbittlich sozialen Aktivismus", sagte Thomas Mann 1930 in seiner "Deutschen Ansprache" und ließ diesem Satz ein großes Aber folgen. Tatsächlich engagierte sich der Gegner "literarischer Aktivistentugendhaftigkeit" ab Mitte der 1920er Jahre sehr stark und bekämpfte namentlich den "Hakenkreuz-Unfug" der Nationalsozialisten. Kai Sina hat den politischen Aktivisten Thomas Mann erforscht. Ein Gespräch mit dem Münsteraner Literaturwissenschaftler über sein Buch "Was gut ist und was böse. Der politische Aktivist Thomas Mann" (Propyläen) / Die Schweizer Buchpreis-Gewinnerin Zora del Buono und ihr Buch "Seinetwegen" (C.H. Beck) / "Hitlers Interviews. Der Diktator und die Journalisten" (Kiepenheuer & Witsch): Das Vermächtnis des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister / Herausragende Kinderbücher des Jahres. Ein Kollegengespräch / Das literarische Rätsel
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BR | seit 2021 | Länge ca. 55 Min.
Eine Produktion von Radio Bayern2 für den BR, Bayerischer Rundfunk