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Podcast über Meisterstücke der klassischen Musik

Podcast

Meisterstücke der klassischen Musik

Eine unterhaltsame Reise durch das faszinierende Universum der klassischen Musik – für Liebhaber und Liebhaberinnen und Neueinsteiger. Michael Lohse und sein Team erzählen die Geschichten hinter den Meisterwerken: Pointen, Fakten, Hintergründe.

Friedrich Smetana: Die Moldau – sinfonische Flussfahrt

"Die Moldau" ist ein Hit! Das Hauptthema ist der größte Ohrwurm, den Friedrich Smetana je komponiert hat – den er aber selbst nie hören konnte. Er hat während des Komponierens sein Gehör verloren.

Dimitri Schostakowitsch: 15. Sinfonie – rätselhaftes Vermächtnis

"Eine fröhliche Sinfonie" will Schostakowitsch 1971 schreiben. Doch daraus wird nichts. Schon von Krankheit gezeichnet, wird seine letzte Sinfonie zur ergreifenden Auseinandersetzung mit dem Tod. Er zieht noch mal alle Register seiner Kunst und gibt der Nachwelt Rätsel auf, indem er ausgiebig aus eigenen und fremden Werken zitiert.

Pierre Boulez: Le Marteau sans maître – Logik und Poesie

Pierre Boulez war nicht nur ein großer Dirigent, sondern prägte die Musik der Nachkriegszeit auch als Komponist. Als Vertreter der seriellen Musik wollte der Messiaen-Schüler alle Aspekte des Klangs in Reihen organisieren und schuf faszinierende Werke voller Logik und Poesie wie "Der Hammer ohne Meister" von 1955.

Genialer Egozentriker – Ein Heldenleben von Richard Strauss

Genial oder größenwahnsinnig? Diese Tondichtung von Richard Strauss aus dem Jahr 1898 polarisiert bis heute: ein Meisterstück wie ein Film, mit einem Helden, einer großen Liebe und feindlichen Widersachern. Der Komponist blickt zurück auf seinen künstlerischen Lebensweg und zieht dabei alle Register seiner facettenreichen Klangsprache.

Stolzer Baske – Ravels Rhapsodie espagnole

Maurice Ravel war zwar Franzose, aber er hatte baskische Wurzeln und beschäftigte sich in vielen Werken mit Spanien. Ganz besonders in der spanischen Rhapsodie, seinem ersten großen Orchesterwerk von 1907. Die Suite verzaubert durch folkloristisches Kolorit, sinnliche Süße und einen Orchesterklang, der süchtig macht.

Prokofjews 5. Sinfonie: Siegesfeier oder Sarkasmus?

Mitten im Krieg und doch in der Abgeschiedenheit der Natur komponiert Sergej Prokofjew 1944 seine längste Sinfonie. Das Regime erwartet von ihm heroische Klänge und Prokofjew liefert. Doch die Fünfte ist weit mehr: Der 53-jährige Komponist findet darin zu einer vielschichtigen Synthese seines Schaffens.

Abschied von Warschau – Chopins erstes Klavierkonzert

Chopin ist 20 und verliebt, als er 1830 in Warschau sein erstes Klavierkonzert schreibt. Nach der Premiere im Nationaltheater verlässt er seine Heimat endgültig. Auch wenn das Orchester nur Statist ist – das Jugendwerk sprüht vor Charme und Einfällen und zeigt schon alle Merkmale von Chopins raffiniertem Klavierstil.

Die dunkle Seite – Mozarts Sinfonie Nr. 40 in g-Moll

Mozarts Sinfonien stehen fast ausnahmslos in Dur. Nur zweimal macht der Komponist eine Ausnahme: beide Male in g-Moll. Wenige Werke Mozarts weisen solche Dramatik auf wie seine späte 40. Sinfonie von 1788. Eine faszinierende Schicksalsmusik, über deren genaue Entstehungsumstände wenig bekannt ist.

Claude Debussy und seine "Préludes" – Aufbruch in neue musikalische Welten

Claude Debussy hasste Auslandsreisen. Er brach lieber auf zu imaginären Orten. So wie 1909 mit dem ersten Band seiner Préludes: Kühne Klavierstücke, die Raum lassen für eigene Bilder. Die poetischen Titel stehen erst am Schluss in Klammern. Mit seinen innovativen Harmonien stößt Debussy das Tor zur Moderne weit auf.

Soundtrack einer Liebe – Robert Schumanns Klavierkonzert

Robert Schumann schreibt sein einziges Klavierkonzert in der wohl glücklichsten Phase seines Lebens: Endlich ist er mit Clara, der Liebe seines Lebens, verheiratet und kann durchstarten. Aus ihrem Namen leitet er die Töne des Hauptmotivs ab, auf dem das ganze Werk basiert. Eng verzahnt er Klavier- und Orchesterpart und schreibt der Pianistin seines Herzens eine höllisch schwere Solokadenz auf den Leib.

Sibelius' 7. Sinfonie – Der letzte Satz

Sibelius' letzte Sinfonie aus dem Jahr 1924 besteht aus nur einem einzigen Satz. Um den aber hat der Komponist lange gerungen. In gut 20 ergreifende Minuten packt er sein Vermächtnis als Sinfoniker. Danach verstummt der Finne zunehmend, obwohl er noch gut 30 Jahre zu leben hat.

Abschied vom Konzertsaal – Beethovens 4. Klavierkonzert

Am 22. Dezember 1808 hat Beethoven seinen letzten Auftritt als Pianist und zwar bei der Premiere seines vielleicht bedeutendesten und wohl poetischsten Klavierkonzerts: dem Vierten in G-Dur. Schon die nur scheinbar schlichten Anfangsakkorde ließen etliche Interpreten verzweifeln. Und im langsamen Satz sahen Kritiker Bezüge zum Drama von Orpheus und Eurydike.

Turandot von Giacomo Puccini – Traumatisierte Prinzessin

Mit "Nessun dorma" enthält diese Oper Puccinis wohl größten Hit. Doch die Geschichte von der eiskalten Prinzessin und ihren lebensgefährlichen Rätselfragen ist keine leichte Kost: Unter der Oberfläche lauern die Abgründe. Mit seiner letzten Oper suchte der Komponist Anschluss an die Moderne und hinterließ ein geniales Fragment.

Haydns "Abschiedssinfonie" – Endlich Ferien

Um das Finale von Haydns 45. Sinfonie ranken sich viele Anekdoten. Eine geht so: Die Hofmusiker des Grafen Esterhazy wollten endlich nach Hause zu ihren Familien und verleihen diesem Wunsch Nachdruck mit einem orchestralen Happening, bei dem ein Musiker nach dem anderen aufsteht und geht. Doch auch die übrigen Sätze faszinieren durch ihren expressiven Ton.

Tschaikowskys "Jahreszeiten" – Auf Tasten durch das Jahr

1875 bekommt der klamme Peter Tschaikowsky ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Für eine Petersburger Musikzeitschrift soll er zu jedem Monat des Jahres ein Klavierstück liefern. Das Resultat sind zwölf poetische Stimmungsbilder, die zum Intimsten und Großartigsten zählen, das der Komponist je geschrieben hat.

Alle älteren Folgen von Meisterstücke der klassischen Musik gibt es hier in der Audiothek.

Über den Klassikexperte Michael Lohse

1967 in Borken geboren, nach nur einem Jahr in den hohen Norden verschleppt, wuchs er in Kiel auf. Nach dem Zivildienst in Rendsburg studierte er an der Bremer "Hochschule für Künste" Musikerziehung mit Hauptfach Klavier und ging anschließend für ein kulturjournalistisches Aufbaustudium nach Hannover. Seine journalistische Laufbahn begann er als freier Mitarbeiter beim Klassiksender von Radio Bremen. 1995 volontierte er beim WDR in Köln und arbeitet dort seitdem als Redakteur. Er ist Autor zahlreicher Features zu Musik- und Unterhaltungsthemen, moderiert die WDR5-Sendung "Liederlounge" und gelegentlich "Satire Deluxe". 2010 erhielt er den Felix-Rexhausen-Preis. Michael Lohse ist Stipendiat der Heinz-Kühn-Stiftung und der Internationalen Journalistenprogramme. 2017 und 2019 vertrat er Korrespondenten im ARD-Studio Kairo. Michael Lohse mag Humor und klassische Musik. Beides kombiniert er in der Reihe "Meisterstücke", die er in WDR 3 präsentiert.

Credits

WDR | seit 2018 | immer sonntags
Moderation: Michael Lohse
Eine Produktion von WDR3, Westdeutscher Rundfunk

Logo WDR (Bild: WDR)
Violinistin Hilary Hahn, mittellange, braune Haare spielt zusammen mit einem Orchester.

Klassische Musik

Vom Kammerkonzert bis zum Orchesterabend: Klassische Musik begeistert durch ihre Vielfalt und Virtuosität.