"Das ARD Kultur Netzwerktreffen hat sich als Branchentreff der Kreativszene etabliert", ist MDR-Intendant Ralf Ludwig überzeugt. Er eröffnete das Event am Buchmesse-Freitag in Leipzig vor rund 180 Teilnehmenden. Der Austausch sei entscheidend für zukünftige Projekte: "Dem Publikum mehr dialogische Angebote bieten, vor Ort sein, mit den Menschen ins Gespräch kommen." Nur so ließen sich Dialog und Diskurs fördern – besonders in der Kultur, wo die Vielfalt der Gesellschaft besonders sichtbar werde.
Dass das Netzwerktreffen nicht nur etabliert ist, sondern die Impulse aus dem vergangenen Jahr bereits umgesetzt wurden, macht die ARD-Kultur-Programmgeschäftsführenden Bettina Kasten und Kristian Costa-Zahn besonders stolz. "Dieses Jahr sehen wir die Ergebnisse!", sagt Bettina Kasten. 2024 war Stefan Schmidtke, Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Chemnitz, zu Gast – jetzt im Kulturhauptstadtjahr setzt ARD Kultur die Stadt u.a. mit zwei Dokumentationen in Szene. Auch Kristian Costa-Zahn zog eine positive Bilanz und präsentierte die Produktions-Highlights der vergangenen Monate, die ARD Kultur gemeinsam mit verschiedenen Produktionsfirmen realisieren konnte – viele Vertreter waren unter den Gästen.
Damit die Produktionsfirmen wissen, welche Inhalte aktuell bei den Kulturredaktionen gefragt sind, holte Moderatorin Mona Ameziane die Verantwortlichen von ARD, Deutschlandradio und Deutscher Welle zum kulturellen "Speeddating" auf die Bühne. Dort stellten sie ihre aktuellen Trends und Anforderungen vor. Ein zentrales Thema: der Wunsch nach konstruktiven Formaten, die den Dialog fördern und Menschen verbinden – von Audio und Video bis hin zu lokalen Projekten.
Ein spannender Impulsvortrag kam von Astrid Böhmisch, der Direktorin der Leipziger Buchmesse. Sie möchte die Buchmesse als Plattform "für den jährlichen Austausch zwischen Buch, Film und TV" etablieren. Dafür sei es wichtig, sich möglichst früh untereinander zu vernetzen zwischen Verlagen, Produzierenden und der ARD.
Mehr "horizontal erzählte, emotionale Geschichten", werden für die ARD Mediathek gesucht. Maxi Droste, Head of Publishing und stellvertretende Head of Content der Plattform, erklärte, dass Formate wie die "ECHT"-Doku oder "Die VIVA-Story" deutlich zeigten, dass gerade solche Erzählweisen ein breites Publikum erreichten.
Den letzten Impuls des Tages setzte Thomas Müller, Channelmanager der ARD Audiothek. Die Aufrufzahlen seien in den letzten Jahren stetig gestiegen – vor allem durch Smartphone-Nutzer. Um diesen Trend fortzusetzen, sei es entscheidend, Audio-Inhalte künftig noch stärker vernetzt zu entwickeln: "Der Fokus muss weg von 'Was möchte ich als Redaktion?' hin zu 'Was können wir als ARD gemeinsam gestalten?'"
Für genau diesen Austausch gab es beim ARD Kultur Netzwerktreffen auch in diesem Jahr wieder mehr als fünf Stunden Zeit. "Es ist großartig zu sehen, wie viele Menschen zusammenkommen, um die Kultur in Deutschland zu pushen", freute sich Kristian Costa-Zahn, ARD Kultur-Programmgeschäftsführer und Head of Content. Denn das Netzwerktreffen diene vor allem dazu, neue Verbindungen zu schaffen: "Das Netzwerk wächst, wird stärker – und ich denke, genau das ist uns heute wieder gelungen."